Sensibilisierung

Epoxide lassen sich einfach verwenden. Am Arbeitsplatz ist jedoch trotzdem Sorgfalt erforderlich. Wiederholter ungeschützter Hautkontakt kann eine als „Sensibilisierung“ bezeichnete Körperreaktion auslösen, die ähnliche Symptome wie eine allergische Reaktion aufweist.

Sensibilisierung kann nur bei ungehärteten Harzen auftreten, da gehärteten Stoffe aufgrund des Fehlens reaktiver Epoxidgruppen unbedenklich sind. Um eine solche Sensibilisierung zu vermeiden, ist es sehr wichtig, bei der Arbeit mit reaktiven Epoxidharzen immer Schutzausrüstung zu tragen. Eine richtige Hygiene am Arbeitsplatz ist die beste Maßnahme, um Allergien zu vermeiden[1].

In unserer Animation erfahren Sie, wie Sie mit Epoxidharzen sicher umgehen

Einige Initiative  in der EU zum sicheren Umgang

Epoxidharze sind speziell entwickelte Leistungsmaterialien, die wie alle in Hochleistungsanwendungen eingesetzten Produkte mit der erforderlichen Sorgfalt gehandhabt werden müssen. Genau wie ein chirurgisches Skalpell für eine erfolgreiche Operation unentbehrlich ist, muss es von Anfang an sinnvoll gehandhabt werden. Die Schulung und praktische Ausbildung der Benutzer ist von Anfang an der Schlüssel zu einem erfolgreichen und sicheren Umgang mit Epoxidharzen. Daher ist es wünschenswert, bereits während der Phase der Ausbildung umfassende Informationen für diejenigen Berufe bereitzustellen, die möglicherweise mit Epoxidharzen umgehen müssen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die künftigen Benutzer die korrekten Handhabungsverfahren für Epoxidharze kennen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen strikt einhalten.

DÄNEMARK

Dänemark hat seit 1981 ein obligatorisches Schulungsprogramm für Personen, die mit Epoxidharzen arbeiten. Eine Analyse der Patch-Test-Daten der dänischen Kontaktdermatitis-Gruppe[1] ergab, dass trotz solcher Vorsichtsmaßnahmen weiterhin Probleme mit der Epoxid-Sensibilisierung bestehen. Die Bemühungen, dafür zu sorgen, dass die gesamte Schutzausrüstung getragen wird, sollten fortgesetzt werden.

DEUTSCHLAND

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) und die Universität Osnabrück haben Schulungsunterlagen entwickelt, mit denen Lehrer insbesondere an berufsbildenden Schulen bei dieser Aufgabe unterstützt werden können. Das Projekt INQA (Initiative Neue Qualität der Arbeit) läuft seit 2007. Ziel ist es, die Anzahl der Sensibilisierungsfälle am Arbeitsplatz im Zusammenhang mit dem Umgang mit Epoxidharzen zu verringern.

Weitere Initiativen sind eine erfolgreiche und produktive Zusammenarbeit aller Akteure (Versicherer, Berufsgenossenschaften, Industrie, IVDK) sowie Kooperationen mit Nachbarländern wie Österreich, der Schweiz oder den Niederlanden.

Sie finden weitere Informationen dazu unter folgenden Links:

Auch im Projekt EpoxSafe@School der Universität Osnabrück und des Deutschen Instituts für Gesundheitsforschung und -pädagogik (IGB) – Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie – werden Konzepte für Schulungen zur Vorbeugung von Sensibilisierungen entwickelt. Es wird bei den Lehrmaterialien für die Auszubildenden in der Berufsschule begonnen und dann mit Schulungen für Lehrkräfte fortgesetzt.